Die Uni laeuft jetzt schon die 5. Woche und mittlerweile finde ich mich ganz gut zurecht, was wohl zum groessten Teil auch daran liegt, dass der Stundenplan zum Glueck fuer jeden persoenlich online einsehbar ist - wenn auch nur die Vorlesungen. Weil die Spanier nun einmal gerne Verwirrung stiften, ist der Stundenplan natuerlich jede Woche anders, damit sich auch ja keine Routine einschleicht. Zudem finden die Vorlesungen, die ich habe (sagenhafte zwei Faecher zur Zeit!!!) teilweise gleichzeitig mit meinem Sprachkurs statt. Also dann drei Veranstaltungen zur selben Zeit. Wer sich das ausgedacht hat, ist wohl schizophren... Nach dem Sinn solcher Sachen lohnt es sich auch gar nicht zu fragen.
Mit den Praktikumsplaetzen ist das auch nicht so einfach. Jedes Semester hat einen Delgado, so etwas wie einen Semestersprecher, der das Semester in Gruppen fuer die Praktika einteilt. Da wir Erasmus-Studenten das natuerlich nicht gleich durchschaut haben, muessen wir jetzt die Termine nehmen, die uebrig bleiben. Doof ist das natuerlich dann, wenn nur noch Plaetze im Fruehjahr und Sommer frei sind und man nur bis Februar bleibt. Naja, ist ja auch nicht das Problem der Spanier. Mir sollte angeblich eine e-mail mit meiner Gruppe zugeschickt werden. Als ich dann heute nochmal nachgefragt habe, schaute der nette Spanier ganz verwirrt und meinte, ich haette doch schon laengst eine Gruppe. Hm. Und welche? Na, Gruppe 5. Ach so! Ja dann, dann weiss ich das jetzt auch! Mittlerweile weiss ich auch, dass Gruppe 5 in einem meiner Faecher schon Praktikum hatte. Gut, dann war ich da eben nicht. Gibt bestimmt noch andere Termine fuer mich...
Das Studium an sich ist noch staerker verschult als in Deutschland. Wer zu spaet kommt, ist schon mal Erasmus-Student, weil die Spanier alle puenktlich sind. Auch eine Moeglichkeit, sich als Fremder zu outen. Jedes Semester hat seinen eigenen Hoersaal, der eher einem ueberdimensionierten Klassenzimmer gleicht und jeder noch so unwichtige Kommentar des Vorlesungshaltenden wird gnadenlos mitgeschrieben - einige Studenten schreiben glaube ich sogar die "aehs" mit. Das gute fuer uns Erasmus-Studenten ist, dass fuer jede Vorlesungsstunde zwei Studenten eingeteilt sind, die ihre Mitschrift abtippen und im Kopierladen abgeben muessen. Der Rest kann sich die Mitschriften dann kopieren. Eigentlich eine praktische Sache, wenn man einmal davon absieht, dass die Mitschrift fuer eine Vorlesungsstunde bis zu 13!!! Seiten lang ist, weil eben ohne zu denken mitgeschrieben wird.
In der Augenheilkundevorlesung kommt es dann noch besser. Jede Stunde werden klinische Faelle besprochen. Dazu ruft der nette Herr Doktor 5 Studenten auf, die nach vorne kommen muessen und ihm dann einzeln wie auf dem Praesentierteller Fragen beantworten muessen. Eine leicht unangenehme Situation, wenn man bedenkt, dass man vor 80-100 Studenten steht, die man alle nicht kennt und dann in einer fremden Sprache Dinge erklaeren soll und dafuer auch noch eine Note kriegt. Naja, ich war heute dran und habe es ueberlebt. Freue mich schon aufs naechste Mal!
¡Hasta pronto!