Montag, 27. Oktober 2008

Setzen, bitte!



Die Uni laeuft jetzt schon die 5. Woche und mittlerweile finde ich mich ganz gut zurecht, was wohl zum groessten Teil auch daran liegt, dass der Stundenplan zum Glueck fuer jeden persoenlich online einsehbar ist - wenn auch nur die Vorlesungen. Weil die Spanier nun einmal gerne Verwirrung stiften, ist der Stundenplan natuerlich jede Woche anders, damit sich auch ja keine Routine einschleicht. Zudem finden die Vorlesungen, die ich habe (sagenhafte zwei Faecher zur Zeit!!!) teilweise gleichzeitig mit meinem Sprachkurs statt. Also dann drei Veranstaltungen zur selben Zeit. Wer sich das ausgedacht hat, ist wohl schizophren... Nach dem Sinn solcher Sachen lohnt es sich auch gar nicht zu fragen.
Mit den Praktikumsplaetzen ist das auch nicht so einfach. Jedes Semester hat einen Delgado, so etwas wie einen Semestersprecher, der das Semester in Gruppen fuer die Praktika einteilt. Da wir Erasmus-Studenten das natuerlich nicht gleich durchschaut haben, muessen wir jetzt die Termine nehmen, die uebrig bleiben. Doof ist das natuerlich dann, wenn nur noch Plaetze im Fruehjahr und Sommer frei sind und man nur bis Februar bleibt. Naja, ist ja auch nicht das Problem der Spanier. Mir sollte angeblich eine e-mail mit meiner Gruppe zugeschickt werden. Als ich dann heute nochmal nachgefragt habe, schaute der nette Spanier ganz verwirrt und meinte, ich haette doch schon laengst eine Gruppe. Hm. Und welche? Na, Gruppe 5. Ach so! Ja dann, dann weiss ich das jetzt auch! Mittlerweile weiss ich auch, dass Gruppe 5 in einem meiner Faecher schon Praktikum hatte. Gut, dann war ich da eben nicht. Gibt bestimmt noch andere Termine fuer mich...
Das Studium an sich ist noch staerker verschult als in Deutschland. Wer zu spaet kommt, ist schon mal Erasmus-Student, weil die Spanier alle puenktlich sind. Auch eine Moeglichkeit, sich als Fremder zu outen. Jedes Semester hat seinen eigenen Hoersaal, der eher einem ueberdimensionierten Klassenzimmer gleicht und jeder noch so unwichtige Kommentar des Vorlesungshaltenden wird gnadenlos mitgeschrieben - einige Studenten schreiben glaube ich sogar die "aehs" mit. Das gute fuer uns Erasmus-Studenten ist, dass fuer jede Vorlesungsstunde zwei Studenten eingeteilt sind, die ihre Mitschrift abtippen und im Kopierladen abgeben muessen. Der Rest kann sich die Mitschriften dann kopieren. Eigentlich eine praktische Sache, wenn man einmal davon absieht, dass die Mitschrift fuer eine Vorlesungsstunde bis zu 13!!! Seiten lang ist, weil eben ohne zu denken mitgeschrieben wird.
In der Augenheilkundevorlesung kommt es dann noch besser. Jede Stunde werden klinische Faelle besprochen. Dazu ruft der nette Herr Doktor 5 Studenten auf, die nach vorne kommen muessen und ihm dann einzeln wie auf dem Praesentierteller Fragen beantworten muessen. Eine leicht unangenehme Situation, wenn man bedenkt, dass man vor 80-100 Studenten steht, die man alle nicht kennt und dann in einer fremden Sprache Dinge erklaeren soll und dafuer auch noch eine Note kriegt. Naja, ich war heute dran und habe es ueberlebt. Freue mich schon aufs naechste Mal!

¡Hasta pronto!

Sonntag, 5. Oktober 2008

Volvo Ocean Race




Wie einige sicherlich wissen, startet das diesjährige Volvo Ocean Race in Alicante. Die Teams samt Booten sind schon seit geraumer Zeit da und ähnlich wie bei den olympischen Spielen gibt es ein sogenanntes "Village". Dieses liegt direkt am Hafen bzw. im Hafen und neben den Booten gibt es natürlich haufenweise Bierstände (Hauptsponsor des Villages ist wohl Amstel) und es wird auch jeden Tag Programm geboten - Konzerte, Shows, Flamenco, Kino und was weiß ich noch alles. Zum Glück herrschen hier noch immer sommerliche Temperaturen, so dass man dort abends gelegentlich mal ein Bierchen trinken gehen kann. Außerdem gibt es auch einen Stand, an dem man sich mal als Grinder versuchen kann, das habe ich mir aber bisher erspart. Gestern gab es nun das erste In-Port-Race. Leider war es ziemlich weit draußen, sodass man es eher aus der Ferne beobachten musste. Einige Bilder habe ich trotzdem geschossen. Nächste Woche startet dann das Renne um die Welt, was ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen werde!

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Mañana. mañana


Just an dem Tag, bevor ich in meine Wohnung eingezogen bin, begann es in der Küche zu tropfen. Als ich also in meiner neuen Behausung ankam, waren der Küchenboden und der Küchentisch mit diversen Schüsseln und Töpfen versehen. Anscheinend gab es wohl einen Rohrschaden im Stockwerk über uns. Darum wurde unsere Nachbarin ersteinmal angewiesen, sich mit dem Wasserverbrauch etwas zusammenzureißen und die defekte Leitung zu schließen. Da es daraufhin natürlich nicht mehr tropfte, passierte auch erstmal weiter nix. Nichts überstürzen oder eben auch mañana, mañana!!!
Nach einer Woche wurde es der Nachbarin wohl zu bunt (nicht ganz unverständlich) und sie setzte sich über das Waschverbot hinweg - diesmal stand unsere Küche dann richtig unter Wasser und wir hatten auch nicht genug und vor allem Behälter ausreichender Größe um die Wassermassen aufzufangen. Da wir nun der Vermieterin mit Nichtzahlung der Miete drohten, wurde der Rohrbruch recht schnell repariert. Nur leider fing es dann eine Woche später an bei uns in der Wohnung zu schimmeln. Nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass es wahrscheinlich schon seit Wochen oder noch länger von oberem Stockwerk geregnet hat.
Nun hatten bzw. haben wir immer noch Schimmel im Flur und im Zimmer mit dazugehörigem Bad des Italieners. Leider war es aber weder dem Hausverwalter noch der Vermieterin klar zu machen (und selbst der Italiener wollte es erst nicht glauben), dass Schimmel in der Wohnung nun einmal gesundheitsschädlich ist. Ob wir denn nicht verstehen würden, dass man erst streichen könne, wenn die Wände trocken seien. Doch klar, verstehen tun wir das schon, nur ist das ja keine Lösung, weil der Schimmel wiederkommt und die Wände eigentlich saniert werden müssten.
Wieder tat sich eine Woche nix. Ich hatte mich schon richtig an die schwarz-grün-blauen Flecken im Flur gewöhnt. Als ich dann heute nach Hause kam, stand die Wohnungstür offen und aus der Küche lachte mir ein Maler entgegen. Etwas irrtiert war ich dann schon, aber der Hausverwalter erklärte mir dann, dass die Wände nun trocken seien und man demzufolge streichen könne. Alles klar! Also hat der Maler die sowieso schon halbabgeblätterte Farbe von der Decke vollständig abgekratzt und neu gestrichen. Immerhin hat er alles ordentlich abgedeckt! Morgen und Montag würde er dann den Flur machen, aber von einem anderen Zimmer wüsster er nix. Ah ja, danke auch. Anscheinend macht das dann wieder jemand anders - in drei Wochen oder so.
Wäre in meinem Zimmer Schimmel, würde ich glaube ich ausziehen, weil ich wenig Wert darauf lege, jede Nacht Schimmelpilzsporen einzuatmen, den Italiener scheint das allerdings weniger zu beunruhigen - und den Hausverwalter bzw. die Vermieterin schon gar nicht. Mañana, mañana!

In diesem Sinne: Bienvenido a Espa
ña!