Donnerstag, 20. November 2008

¡No puede ser!


Da mein Fahrrad auf dem Flug hierher leider nicht mehr ins Handgepaeck gepasst hat und mir mein Fuenfer einfach zu protzig hier in Spanien erschien muss ich hier mit dem Bus bzw. mit dem Zug (auch als oeffentliche Verkehrsmittel bezeichnet...) Vorlieb nehmen, wenn der gewuenschte Zielort ausserhalb einer Reichweite liegt, die man zu Fuss zuruecklegen kann. Wie z.B. das Uni-Krankenhaus.
Nun darf man sich das Bussystem hier aber nicht so wie in Deutschland vorstellen (jetzt bitte nicht an das Kiel als Vergleich denken!!!). Nee, nee, nee!
Zum Ersten werden Fahrplaene in Deutschland deutlich ueberwertet wie ich hier feststellen musste - in Alicante gibt es naemlich keine. Naja, keine ist uebertrieben. Immerhin steht an den Haltestellen, wann der erste Bus an der jeweiligen End- oder eben Anfangshaltestelle (ist das ueberhaupt ein Wort?) losfaehrt und in welchen zeitlichen Abstaenden. Toll, dann weiss man also, dass die erste Fahrt der gewuenschten Buslinie morgens um 6:30 Uhr beginnt und alle 12 min. (oder eben auch alle 40 min. bei einigen Buslinien) ein neuer Bus startet. Da es leider unmoeglich ist, den Streckenverlauf nachzuvollziehen, kann man sich die Rechnerei, wann der Bus denn ungefaehr an meiner Haltestelle ankommt, auch sparen. Also heisst es: Frueh genug losgehen, warten und hoffen, dass der Bus nicht gerade weg ist und man 20 min. oder laenger warten muss. Wenn man mehrmals zur gleichen Uhrzeit gefahren ist, weiss man dann aber doch ungefaer, wann der Bus kommt.
Das heisst aber noch lange nicht, dass man auch einsteigen darf. Denn zum Zweiten fahren die Busse immer mit derselben Taktung - egal ob morgens um sieben oder zu Stosszeiten. Da kann man schonmal eine gute halbe Stunde an der Haltestelle stehen und drei Busse an einem vorbeifahren sehen, weil sie schon vollgestopft mit Menschen sind. Naja, wenigstens regnet es nicht...
Nun moechte ich aber mal nicht nur meckern. Positiv zu erwaehnen ist, dass das Busfahren hier sehr guenstig ist. Eine Fahrt kostet fuer mich als noch unter 26-jaehrig mit der Bonobus-Karte 52 Cent. Mit der Karte kann man auch gleich bezahlen. Einfach auf das Feld auflegen, Piepen abwarten, fertig. Da fast alle eine solche Bonobus-Karte haben wird der Prozess des Einsteigens(hier uebrigens wirklich nur vorne) erheblich beschleunigt. Im Verlauf der Fahrt schiebt man sich mit den Menschenmassen (die Busse meiner Linie ist fast immer voll) dann immer weiter nach hinten, bis man schliesslich an seiner Haltestelle aussteigt.
Um die Busfahrt noch effizienter zu gestalten, haelt der Bus auch wirklich nur, wenn jemand aussteigen moechte oder die wartende Person an der Haltestelle ein Handzeichen gibt.
Ist natuerlich doof, wenn man das nicht weiss, und sich wundert, warum ein Bus nach dem anderen an einem vorbei faehrt. Wuerde mir natuerlich nie passieren! Habe ich nur von einer guten Freundin gehoert... Die Arme! Stand sie da mit ihrem ganzen Gepaeck an der Haltestelle, dann kam der Bus, der ein Stueckchen zu weit gefahren ist, sie hechtet mit zwei Zentnern Gepaeck hinterher und dann faehrt der Bus ihr einfach vor der Nase weg. Tz, tz, tz...
Zum Glueck ist mir das nicht passiert!

¡Besitos!

P.S.: Kommen auch wieder Photos, habe nur gerade keine dabei...

Sonntag, 9. November 2008

¡Vamos a tomar una copa!



Tja, wie sich ja die meisten von euch denken koennen, habe ich das Nachtleben in Alicante schon reichlich erkundet. Grundsaetzlich laeuft ein freitag abend in Alicante aehnlich ab wie in Deutschland, aber damit ihr euch ein genaueres Bild verschaffen koennt, werde ich einmal einen typischen Abend beschreiben.
In Spanien faengt alles immer etwas spaeter an. Nicht nur morgens bei der Arbeit (die Aerzte fangen in der Regel z.B. nicht vor 8:30 Uhr an), sonder den ganzen Tag ueber. Abendessen gibt es zwischen 21 und 22 Uhr, so dass im Endeffekt eigentlich gar nicht daran zu denken ist, dass man sich vor 23 zum "botellón" (Vorgluehen) trifft. Wenn man ab 22 oder gar 21 Uhr einlaedt wird man ersteinmal schraeg angeguckt und man kann damit rechnen, dass in der Regel keiner vor halb elf auftaucht. Bewaffnet mit einer Flasche Rum und einer Flasche Cola (wahlweise auch Wodka und Red Bull) trifft man sich in einer Wohnung und ist fortan darum bemueht diese zu leeren, was meistens Erfolg hat.
Ab halb eins, oder manchmal auch erst um zwei, macht man sich auf den Weg ins "barrio", das Ausgehviertel in Alicante. Dort gibt es viele kleine oder mittelgrosse Bars, teilweise mit kleiner Tanzflaeche, die am Wochenende meistens brechend voll sind. Haeufig trifft man sich zuerst im bzw. vor dem "Desden", einer zentral gelegenen Bar im Barrio, wo man meistens schon auf die ersten Bekannten und den naechsten Drink trifft. Den Rest des Abends betreibt man dann Barhopping, man tingelt von einer Bar zur naechsten, trifft Freunde und konsumiert noch das eine oder andere alkoholische Getraenk. Um 4 Uhr werden die Buergersteige im Barrio dann hochgeklappt - ist schliesslich eigentlich auch ein ganz normaler Stadtteil, in dem Leute wohnen, die schlafen wollen.
Wer dann noch nicht genug hat, zieht entweder weiter zum "puerto" (dem Hafen in Alicante), wo die Clubs keinen Eintritt kosten, oder zu einer Diskothek bzw. einem Club ausserhalb des Barrios, in denen die Herren der Schoepfung bis zu 15 € Eintritt bezahlen duerfen. Wann die Clubs und Diskotheken schliessen, kann ich gar nicht so genau sagen, aber bis 7 oder 8 Uhr morgens kann man sich ohne Probleme vergnuegen.
Waehrend der Woche kann man sich auch im Barrio verlustieren, wobei man sich haeufig eher auf ein paar Bier und ein paar Tapas trifft - natuerlich nicht vor 22 Uhr. Hier gilt man auch haeufig schon als Langweiler, wenn man es einmal wagt, zwei Abende hintereinander zu Hause zu bleiben. Man koennte also schon fast von Freizeitstress sprechen...

In diesem Sinne

¡Salud!